Vor kurzem habe ich mich mit einer Patientin über ihre Gewohnheiten unterhalten. Sie meinte, dass sie bestimme Gewohnheiten einfach nicht aufgeben kann, obwohl sie es gerne ändern möchte.
Was sind Gewohnheiten?
Gewohnheiten sind oft unbewusste, manchmal auch bewusste Handlungen. Gewohnheiten haben wir uns ganz unbewusst antrainiert, sie prägen unseren Alltag und geben uns Struktur und Sicherheit.
Wir üben viele Handlungen aus, ohne uns groß Gedanken darüber zu machen.
Das ist in den meisten Fällen auch gut so. Gewohnheiten, sowie auch unbewusste Handlungen können unser tägliches Tun erleichtern. Es ist unvorstellbar, wenn wir über jede Handlung nachdenken müssten.
Wenn wir überlegen müssten, wie wir jetzt einen Fuß vor den anderen setzten, die Gabel oder das Messer halten oder wie das Zähneputzen funktioniert.
Das Schuhebinden oder das Fahrradfahren haben wir eingeübt, solange bis wir es „im Schlaf“ können.
Doch genau diese Automatisierung macht es so schwierig, eingefahrene Muster zu durchbrechen und neue Verhaltensweisen zu etablieren.
Warum fällt es schwer, Gewohnheiten zu ändern?
Ein zentraler Grund ist die sogenannte Status-quo-Verzerrung. Dieser Begriff beschreibt unsere Tendenz, den aktuellen Zustand zu bevorzugen und Veränderungen zu vermeiden, selbst wenn sie potenziell vorteilhaft wären. Diese Verzerrung führt dazu, dass wir am Bekannten festhalten und Neues als riskant oder unangenehm empfinden. Dieses Empfinden, oder auch die Angst vor Neuem, hält uns aber in vielen Dingen in einem goldenen Käfig. Die Angst etwas Vertrautes aufzugeben ist manchmal so groß, dass wir eher den Schrecken ertragen, als das Risiko eines Neubeginns zu wagen.
In jedem Neubeginn steckt ein Gewinn
Wenn wir etwas ändern wollen, stellt dies oft eine Herausforderung dar. Jedoch bietet ein Neubeginn immense Möglichkeiten für ein persönliches Wachstum.
Jede bewusste Änderung ist ein Prozess. Dieser Prozess erfordert Selbstreflexion, Disziplin und Mut. Durch diesen Prozess lernen wir uns selbst besser kennen, erkennen unsere Stärken und Schwächen und entwickeln ein tieferes Verständnis für unsere Bedürfnisse und Ziele. Wenn es zum Beispiel um eine Veränderung deiner Essmuster geht. Anstatt jeden Morgen gleich die Tasse Kaffee zu trinken, wäre ein erster Schritt in eine neue Richtung, gleich nach dem Aufstehen, ein Glas Wasser zu trinken.
Wenn du dann noch den tagsüber ausreichend Wasser trinkst, hast du schon einen wichtigen Schritt in Richtung einer gesunden Routine geschafft.
Tipps zur erfolgreichen Veränderung von Gewohnheiten
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Kleine Schritte: Setze dir realistische und erreichbare Ziele. Kleine Anpassungen sind oft nachhaltiger als radikale Veränderungen.
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Positive Verstärkung: Belohne dich für Fortschritte, um die Motivation aufrechtzuerhalten.
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Bewusstsein schaffen: Reflektiere regelmäßig über dein Verhalten und erkenne Auslöser für unerwünschte Gewohnheiten.
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Unterstützung suchen: Teile deine Ziele mit Freunden oder Familie, um Rückhalt und Ermutigung zu erhalten.
Der erste Schritt ist immer die Bewusstwerdung. Indem wir uns der Macht unserer Gewohnheiten bewusst werden und aktiv an ihrer Gestaltung arbeiten, können wir nicht nur unser Verhalten positiv beeinflussen, sondern auch als Individuen wachsen und uns weiterentwickeln.
Probiere es doch einfach mal aus. Verändere eine Kleinigkeit in deinen täglichen Abläufen und schau wie sich die Veränderung in deinem Alltag auswirkt.
Und wenn du Unterstützung möchtest auf dem Weg zu einer neuen bewussten Gewohnheit, kontaktiere mich gerne! Lass uns in einem kostenfreien Ersttermin über Telefon oder Zoom besprechen, wie ich dich am besten auf deinem Weg unterstützen kann.
Von Herzen
Sybille